DIE MUMIE Teil 6
Die 1. Substruktionskammer im Osten beherbergt einen natürlich
mumifizierten Leichnam, der als "heiliger Leib", "lederner
Franzl", am häufigsten aber etwas respektlos als "luftg`selchter
Pfarrer" bezeichnet wird.
Vom Wunder, über die Gerbsäure, doppelt-chlorsaures Quecksilber,
allerhand Gifte, den Luftzug bis zur radioaktiven Strahlung ist
als Erklärung so ziemlich alles strapaziert worden. Nach Aufzeichnungen
soll es sich um den Chorherren Franz Xaverius Sydler de Rosenegg
(4.6.1709 - 2.9.1746) handeln, den man schon einen Tag nach seinem
Tod begraben hat, weshalb auch vermutet wird, da er an einer ansteckenden
Krankheit gestorben war und daß man ihm eine Medizin "auf
Leben und Tod" gegeben hatte. Er war zu Kreuzen als das 13.
Kind des dortigen Schloßvorstehers Gottlieb Sydler de Rosenegg
und seiner Frau Maria Elisabeth, geborene Voglsang,
zur Welt gekommen und zuletzt drei Jahre Pfarrvikar in St. Thomas
gewesen. Im Volksmund ist überliefert, er sei an Epilepsie
gestorben und deshalb ein Helfer bei dieser Krankheit. Seine Unverwestheit
wäre ein Fingerzeig Gottes. Im alten Sarg befanden sich noch
erkennbare Reste einer ledernen Hose, mit der man den Toten bestattet
hatte. Im jetzigen Sarg mit Glasfenster - der zu besichtigen ist
- stehen die Schuhe neben seinen Füßen. Zur Kruftkammer
gelangt man durch den Kreuzgang, der in eine ehemalige gotische
Kapelle mündet.
Seit dem Jahr 2000 gibt es eine intensive wissenschaftlichen Untersuchung.
Herr Dr. Bernhard Mayer von der Klinik für klinische
Pharmakologie in Wien, der auch mit der Untersuchung der Gletscherleiche
"Ötzi" betraut war, leitet diese Untersuchungen.
Es konnte bis jetzt noch keine wissenschaftliche Erklärung
für die natürliche Mumifizierung gefunden werden.
Täglich um 10:00 und 14:00 Uhr finden Führungen statt,
wo mehr über die Sehenswürdigkeiten erzählt wird.
Weitere Informationen über die Führungen können im
Gemeindeamt erfragt werden. Die Führungen dauern ca. 1 Stunden
und kosten für einen Erwachsenen ATS 40 und für ein Kind
ATS 20. Ab 30 Personen belaufen sich die Kosten pro Erwachsenen
und Kind auf die Hälfte.
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